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Bürgerversammlungen 2018, Teil I

In den drei Bürgerversammlungen am 03.12. in Windischeschenbach, am 04.12. in Neuhaus und 05.12. in Bernstein berichtete Bürgermeister Karlheinz Budnik über kommunale Aufgaben und Leistungen der Stadt sowie einen Ausblick auf die Maßnahmen für das Jahr 2019

Folgende Themenschwerpunkte beinhaltete der Bericht, Teil I

1.      Finanzielle Lage – Einwohnerentwicklung

2.      Kindergarten

3.      Stadtsanierung

4.      Sanierung von Straßen und öffentlichen Plätzen

Allgemeine Lage

Das Jahr 2018 war gekennzeichnet von einem bereits seit mehreren Jahren andauernden wirtschaftlichen Aufschwung, der nahezu Vollbeschäftigung, volle Auftragsbücher und sprudelnde Steuereinnahmen mit sich bringt. Auch wir als Stadt profitieren davon, seien es durch eine hohe Beschäftigtenzahl in unseren heimischen Betrieben oder auch stabile Steuereinnahmen.

Ein guter Indikator für die gute wirtschaftliche Lage ist die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse in Windischeschenbach, die sich sehr erfreulich entwickelt hat. Gab es im März 2013 noch 1233 sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse, so stieg diese Zahl in den Folgejahren kontinuierlich an und erreichte mit aktuellem Stand vom 31. März diesen Jahres den bisherigen Höchststand mit 1572 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen. Das ist eine Steigerung im Zeitraum von 2014 bis heute und damit in der laufenden Wahlperiode um insgesamt 255 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte oder auch 18,5 Prozent, insgesamt seit März 2013 sogar eine Steigerung um 339 oder 27,5 %. Dafür sind wir unseren Betrieben und Firmeninhabern dankbar und wir können alle stolz auf diese Entwicklung in unserer Stadt sein. Es ist aber kein Grund, sich entspannt zurückzulehnen, im Gegenteil: eine vorausschauende Grundstückspolitik war und ist das A und O dieses Erfolges.

Vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen und geopolitischen Verwerfungen und Risiken – ich nenne hier nur die Schlagworte Brexit, Handelsstreit mit China, Strafzölle, internationale Handelsstreitigkeiten und einen amerikanischen Präsidenten, der die Spaltung in seinem Land immer weiter vorantreibt, gilt es wachsam zu sein. Auch uns auf kommunaler Ebene können diese Entwicklungen nicht egal sein. Sie werden auch uns treffen – früher oder später.

Auch ein langanhaltender wirtschaftlicher Aufschwung wird eines Tages seinen Höhepunkt erreicht haben und es werden wieder andere Zeiten kommen. Dieser Herausforderung müssen wir uns stellen und Vorsorge treffen.

Wir haben daher in den letzten Jahren unsere Kredite wann immer möglich in wesentlich günstigere, niedriger verzinsliche Darlehen umgewandelt. Die Tilgungsrate unserer Darlehen erhöhte sich schrittweise von 5,5 % im Jahr 2015 auf nunmehr 7,41 %.

Zusammen mit der gewährten Stabilisierungshilfen, der allgemeinen Zinsentwicklung sowie der schnelleren Tilgung unserer Schulden zahlen wir heute wesentlich weniger Zinsen und können trotzdem investieren.

Dabei zapfen wir alle uns zur Verfügung stehenden Zuschuss- und Förderprogramme an. Wir nutzen die Chancen der guten Finanzausstattung von Bund und Land, solange diese noch so anhält.

Vor diesem Hintergrund ist es wieder gelungen, manches anzuschieben und voranzubringen. Mit den grundlegenden Entscheidungen z.B. zur Kindergartenerweiterung, der Mehrzweckhallensanierung und dem Einstieg in die Städtebausanierung sind wir wieder ein gutes Stück weitergekommen. Ich komme in meinem folgenden Bericht noch gezielt darauf zu sprechen.

Die gute Wirtschaftslage hat natürlich auch ihre Kehrseite – und die spüren wir, wie wahrscheinlich auch Sie meine Damen und Herren, wenn Sie heute einen Handwerker brauchen. Die Betriebe sind stark ausgelastet und können sich oft die Aufträge aussuchen, die sie annehmen. Angefeuert durch die historischen Niedrigzinsen ist es vor allem der Bausektor, der unter hoher Auslastung ächzt. War es früher bei Ausschreibungen üblich, dass 8, 10 oder 12 Firmen Angebote abgegeben haben, muss man heute schon froh sein, 3, 4 oder 5 Angebote zu erhalten, oder sogar nur eines, wie es uns bei einem Auftrag über eine halbe Million auch passiert ist. Dass sich diese Entwicklung preissteigernd auswirkt, versteht sich von selbst.

Hinzu kommen Auflagen, die insbesondere die Verwertung von Erdaushub stark reglementieren und enorm verteuern. So müssen wir bei allen Tiefbaumaßnahmen inzwischen erhebliche Summen für die Bodengutachten aufwenden, von den exorbitant gestiegenen Entsorgungskosten bei belastetem Erdreich ganz zu schweigen.

Eine weitere Entwicklung, die die Gemeinden in diesem Jahr beschäftigt hat, ist die Abschaffung der Straßenausbaubeiträge zum 01.01.2018. Wir gehörten ja zu den Kommunen, die sich eine mittelfristige Prioritätenliste gesetzt haben, nach der sanierungsbedürftige Straßen entsprechend dem beschlossenen Konzept ausgebaut wurden – ohne Anliegerbeiträge wäre das für uns nicht zu schultern gewesen. Nach der Abschaffung der Ausbaubeiträge hoffen wir, dass der Freistaat Bayern hier einen gerechten finanziellen Ausgleich finden wird, der es uns ermöglicht, auch ohne Anliegerbeiträge unsere Straßen in Ordnung zu halten. Die ersten Verlautbarungen der neuen Staatsregierung hierzu sind ermutigend.

 

Bericht des Ersten Bürgermeisters über kommunale Aufgaben und Leistungen der Stadt

1.        Finanzielle Lage – Einwohnerentwicklung

Finanzielle Lage

Die Verschuldung der Stadt geht von einst 9.586.231 Euro im Jahr im Jahr 2007 auf voraussichtlich 7.003.031 Euro zum Ende dieses Jahres zurück. Dabei ist allerdings nicht berücksichtigt, dass derzeit noch eine offene Ermächtigung zur Kreditaufnahme in Höhe von 1.587.000 Euro (1.037.000 Euro aus 2017 und 550.000 Euro aus 2018) besteht. Damit werden im Haushaltsjahr 2018 neben der sog. ordentlichen Tilgung in Höhe von 488.618 Euro noch 451.638 Euro außerordentlich getilgt, die gesamte Tilgungsleistung der Stadt beträgt demnach 2018: 940.256 Euro.

Zum Vergleich der Schuldenstand 2017 lag bei 7.943.287 Euro.

Eine enorme Unterstützung sind dabei die Stabilisierungshilfen des Freistaates Bayern, in diesem Jahr in Höhe von 1,2 Mio. Euro, den Zuwendungsbescheid haben wir letzte Woche erhalten.

Die Verbindlichkeiten der Stadt aus Finanzierungsverträgen, auch das soll nicht unerwähnt bleiben, beliefen sich im Jahre 2015 noch auf 2,25 Mio. Euro. Zum 31.12.16 sanken sie bereits auf 1,23 Mio. Euro und nun zum 31.12.18 auf 1,18 Mio. Euro. Mit den Finanzierungsverträgen nutzen wir z.B. sich kurzfristig ergebende Möglichkeiten zum Grunderwerb.

Im Jahr 2015 musste die Stadt einen massiven Rückgang bei der Gewerbesteuer von 1.332.765 Euro im Jahr 2014 auf 964.133 Euro hinnehmen. In den folgenden Jahren sind diese Einnahmen wieder kontinuierlich angestiegen und haben im Jahr 2017 eine Summe von 1.254.537 Euro erreicht. Nach dem bisherigen Ergebnis (1.368.280 Euro) kann damit gerechnet werden, dass dieser Betrag 2018 sogar noch überschritten wird.

Die übrigen Steuereinnahmen sind ebenfalls leicht angestiegen. Als Anteil an der Einkommensteuer rechnet die Stadt dieses Jahr mit einem Betrag von 2.250.000 Euro. Die Schlüsselzuweisung wird 2.025.556 Euro betragen. Das bedeutet gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung um 98.528 Euro. Die Höhe der Schlüsselzuweisung ist neben der Bereitstellung der Schlüsselmasse durch den Freistaat in erster Linie abhängig von der Steuerkraft der Stadt zwei Jahre vor dem jeweiligen Haushaltsjahr.

Die an den Landkreis zu zahlende Kreisumlage erhöht sich ebenfalls um 106.532 Euro auf 1.844.380 Euro.

Die Kreisumlage errechnet sich ebenso wie die Schlüsselzuweisung aus der Steuerkraft der Gemeinde zwei Jahre vor dem jeweiligen Haushaltsjahr.

Leider hat in diesem Jahr die Einwohnerentwicklung wieder einen Rückschlag erhalten, d.h. wir haben trotz stabiler Geburtenzahlen, in diesem Jahr bisher 32, einen Sterbeüberschuss wie lange nicht mehr! Leider sterben in der Stadt mehr Personen, als Geburten zu verzeichnen sind. In diesem Jahr mit bisher 88 Personen besonders schlimm. Hinzu kommen natürlich noch die Wegzüge. Damit beträgt die amtliche Einwohnerzahl zum 30.06.2018 –4.982 Einwohner. Am 31.12.2017 betrug sie noch 5.015 Einwohner.

 

2.        Erweiterung des Kindergartens „Kinderoase St. Emmeram“

Mit unseren beiden Kindergärten Kinderoase St. Emmeram in Windischeschenbach und Heilig Geist in Neuhaus verfügen wir im Stadtgebiet über zwei hochmoderne, sehr gut ausgestattete Kinderbetreuungseinrichtungen. Diese Kindergärten erfreuen sich eines regen Zuspruches seitens der Elternschaft, was zum einen auf dem pädagogischen Konzept, der ansprechenden räumlichen Ausgestaltung aber natürlich auch zu einem großen Teil auf das Vertrauen der Eltern in die dort beschäftigten Fachkräfte beruht. Und gerade dieser starke Zuspruch ist es – der zusammen mit sich ändernden gesellschaftlichen Ansichten – dazu führt, dass die Kapazitäten fortlaufend überprüft und ggfls. angepasst werden müssen. Vor ein paar Jahren war es noch nicht alltäglich, dass Kleinkinder ab dem ersten Lebensjahr bereits eine Krippe besuchen. Heute ist das völlig anders.

Die Gründe für die Nachfrage nach Krippenplätzen liegen oft darin, dass die junge Mutter oder der junge Vater nicht zu lange aus dem Beruf draußen sein will oder kann. Häufig sind es auch ökonomische Zwänge, die Eltern beizeiten veranlassen, einen Krippenplatz zu suchen. Oft wird ein zweites Einkommen für die Familie schlichtweg benötigt. Der aktuell von der Staatsregierung beabsichtigte Kindergartenzuschuss i.H.v. monatlich 100 Euro für alle Kindergarten- und Kinderkrippen-kinder bedeutet ja faktisch die Abschaffung des Kindergartenbeitrages.

Diese für die Familien vorteilhafte Entscheidung wird dazu führen, dass sich der Trend hin zu einer vollumfassenden Kindergartenbetreuung bereits ab dem 1. Lebensjahr weiter verstärken wird, da gibt es keinen Zweifel. Kindergärten und Kinderkrippen werden durch den wegfallenden Elternbeitrag noch attraktiver als bisher. Für uns als Kommune gilt es bereits heute hierfür die Weichen zu stellen.

Dazu kommt noch erfreulicherweise eine stabile bis tendenziell leicht steigende Geburtenrate. Und selbstverständlich fordern unsere Eltern zu Recht, dass ihre Sprösslinge ihren Platz in den Krippen und Kindergartengruppen finden. Diesem Anspruch müssen und wollen wir als Stadt gerecht werden. Und deshalb müssen wir auf diese im Grundsatz ja sehr positive Entwicklung reagieren. Auch bei uns ist eine steigende Nachfrage zu verzeichnen, die beispielsweise in Windischeschenbach dazu geführt hat, dass im Schulhaus eine Not-Gruppe eingerichtet werden musste. Das ist natürlich kein Dauerzustand und so ist die Stadt bereits nach kurzer Zeit gezwungen, den Kindergarten Kinderoase St. Emmeram zu erweitern.

Nachdem verschiedene Alternativen geprüft wurden, erfolgt diese Erweiterung im gleichen Baustil und mit den gleichen Baumaterialien wie der bestehende Gebäudekörper. Der Erweiterungsbau im Südosten des Bestandes wird über einen verglasten Zugang an das Hauptgebäude angebunden. Damit können alle dort vorhandenen Einrichtungen problemlos auch von den beiden Gruppen im Erweiterungsbau mitbenutzt werden. Diese Funktionalität war uns bei der Konzeption des Erweiterungsbaus besonders wichtig.

Inzwischen liegt uns auch die Baugenehmigung vor und die Zuwendungsanträge sind gestellt. Bei den zu erwartenden Baukosten i.H.v. rd. 1,7 Millionen Euro mussten in die Planung auch die gestiegenen Baupreise infolge der guten Baukonjunktur einkalkuliert werden. Und selbstverständlich müssen wir bei dieser Erweiterung trotz guter Bezuschussung viel eigenes Geld in die Hand nehmen. Aber dazu sage ich nur:

Unsere Kinder sind uns das Geld wert.

Die weitere Zeitplanung sieht so aus, dass die ersten Ausschreibungen nun im Dezember bekanntgemacht und zeitnah abgerufen werden können. Erste Vergaben sind im Februar und Weitere in der März geplant. Wir möchten jedenfalls mit den Baumaßnahmen für die neue Einrichtung im Frühjahr, d.h. sobald es die Witterungsverhältnisse zulassen, beginnen. Erfahrungsgemäß wird die Ausführung ein Jahr in Anspruch nehmen. Vielleicht können wir ja im Frühsommer 2020 schon die neue Einrichtung unseren Jüngsten im Stadtbereich zur Verfügung stellen.

3.    Stadtsanierung

Nachdem mit Abschluss der Arbeiten am Stadtplatz in den 1990er Jahren keine weiteren städtebaulichen Maßnahmen mehr ausgeführt wurden, hat sich der Stadtrat dazu entschlossen, sich wieder um ein Programm der Stadtsanierung zu bemühen. Grund war neben dem Wegfall des Einzelhandels in der Hauptstraße und die damit verbundenen Leerstände auch der Zustand verschiedener Gebäude. Hier gibt es Handlungsbedarf. Wir möchten mit Hilfe von Fachleuten und entsprechenden Fördermöglichkeiten dieses Problem konsequent angehen. In einem ersten Schritt wurde im Benehmen mit der Regierung der Oberpfalz das Büro iq-Projektplanung vom Stadtrat beauftragt, die ersten Schritte dafür einzuleiten. Zwingende Voraussetzung für den Einstieg in das Städtebauprogramm ist die Erstellung eines integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzeptes abgekürzt ISEK genannt. Dafür wurden zunächst im Juli dieses Jahres 1.200 Fragebögen an durch das Büro per Zufallsprinzip ausgewählte Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt versandt. Zusätzlich bestand die Möglichkeit sich freiwillig an der Befragung zu beteiligen. Der Rücklauf hierzu war sehr gut, mehr als 44% der angeschriebenen Bürger haben ihre Anregungen dazu vorgebracht, dafür bedanke ich mich sehr herzlich! Die Ergebnisse fließen natürlich auch in dieses Konzept mit ein! Bei uns ist also auch die Meinung des einzelnen, also Ihre Meinung gefragt! Im Juli trat zudem das erste Mal die sog. Lenkungsgruppe zusammen. Neben 6 Kolleginnen und Kollegen aus dem Stadtrat beschäftigen sich 11 Bürgerinnen und Bürger intensiv damit, wie unsere Stadt sich verändern und weiterentwickeln kann. Inzwischen hat sich die Lenkungsgruppe zweimal im Oktober und auch bereits zweimal im November getroffen um baldmöglichst ein Konzept für unsere Stadt vorlegen zu können.

Auch der Ankauf des Bahnhofes ist ein Baustein der Stadtentwicklung! Neben der Tatsache, dass der Zustand dieses Areal nahezu bei jeder Bürgerversammlung angesprochen wurde, haben wir auch die Regierung auf dieses Problem aufmerksam gemacht und die Zusage erhalten grundsätzlich für Ankauf und Sanierung des Bahnhofsareals auch Fördermittel zu erhalten. Aber, auch hier ist zunächst ein Konzept für die weitere Nutzung zu erarbeiten. Dabei sollten meines Erachtens auch die Folgekosten einer möglichen Nutzung nicht außer Acht gelassen werden. Ich habe zunächst erste Arbeiten ausführen lassen, um zumindest das Umfeld des Bahnhofgebäudes zu verbessern. Das Weitere wird noch etwas Zeit in Anspruch nehmen.

Für das Jahr 2019 ist mit der Einführung eines kommunalen Förderprogrammes beispielweise für die Sanierung oder Erneuerung der Hausfassade oder dem finanziellen Anreiz für „Wohnen in der Hauptstraße“ und dgl. ein weiterer Baustein geplant.

Um die zu erwartenden Zuschüsse nicht zu gefährden, sind alle diese Maßnahmen in enger Abstimmung mit dem Fördergeber, der Regierung der Oberpfalz abzustimmen. Ich möchte aber nicht unerwähnt lassen, dass bei aller vielleicht außerordentlich guter Förderlage, die Stadt Windischeschenbach auch eine Eigenleistung aufbringen muss. Auch unser Fachbüro weist immer darauf hin, dass der Prozess der Stadtentwicklung sich über einen langen Zeitraum (zehn Jahre plus X) hinziehen wird.

Dennoch war die Entscheidung, in den Stadtbau wieder einzusteigen die richtige Entscheidung und wir dürfen uns auf die Veränderung in unserer Stadt freuen. Am 31. Januar 2019 wird zu diesem umfangreichen Thema eine außerordentliche Bürgerversammlung hier in der Aula stattfinden.

Dazu wird Herr Dr. Leiner und sein Team allen interessierten Bürgerinnen und Bürgern den bisherigen Stand zur Stadtsanierung erläutern und gerne auch ihre Anregungen zum Thema Stadtsanierung aufnehmen.
 

4.    Sanierung von Straßen und öffentlichen Plätzen

Gemeindeverbindungsstraßen

Plangemäß fortgeführt haben wir unser Konzept zur Sanierung der Gemeindeverbindungsstraßen. Bedingt durch die Eingemeindungen im Jahr 1972 umfasst das eigene Straßennetz der Stadt nicht nur die innerörtlichen Erschließungsstraßen, sondern natürlich auch die Gemeindeverbindungsstraßen zu unseren Ortsteilen. Konnten wir im vergangenen Jahr bereits die Gemeindeverbindungsstraße von Dietersdorf nach Lindenhof mit einem Kostenaufwand von 730.000 Euro und von der St 2181 nach Berg mit Gesamtkosten von  710.000 Euro umfassend generalsanieren, insgesamt somit eine Investition i.H. v. 1,4 Millionen Euro, so steht heuer die Gemeindeverbindungsstraße von der Kreisstraße NEW 18, Abzweigung nach Schweinmühle über Pleisdorf nach Bernstein auf dem Bauprogramm. Begonnen wurde bereits mit dem Abschnitt zwischen Pleisdorf und Bernstein, wobei wir mit Gesamtkosten dieses Bauabschnittes i.H.v. rd. 1,2 Millionen Euro gerechnet haben. Im Zuge der Bauarbeiten musste jedoch festgestellt werden, dass wegen der geringen Tragfähigkeit des Untergrundes ein größerer Erdaustausch erforderlich ist als ursprünglich angenommen. Zur Zeit arbeiten wir mit dem Ingenieurbüro, den beteiligten Fachstellen und der Baufirma an einer wirtschaftlichen Lösung.

Dabei können wir uns über eine sehr gute Förderung durch den Freistaat i.H.v. von rd. 90 % für die reinen Baukosten freuen, was übrigens gleichermaßen auch für die bereits eingangs von mir angesprochenen Gemeindeverbindungsstraßen Dietersdorf – Lindenhof und Berg gilt. Wir nutzen hier die für die Stadt sehr gute Zuschuss-Situation, um mit einer nachhaltigen, umfassenden Sanierung künftigen Unterhaltsbedarf auf Jahre hinaus auf nahezu Null zu reduzieren. Viele von Ihnen kennen noch den früheren Zustand dieser stark beanspruchten Gemeindeverbindungsstraßen, die eher einem Flickenteppich als einer Straße geglichen haben. Diese Straßen waren für unseren jährlichen Straßenunterhalt ein Fass ohne Boden. Damit ist jetzt Schluss, und das tut unserem Straßenreparatur-Budget gut. Hier sind wir ein gutes Stück vorangekommen.

Wenn uns der Freistaat Bayern auch künftig bei unseren Infrastrukturaufgaben unterstützt, wird im kommenden Jahr der zweite Ausbauabschnitt zwischen der Kreisstraße NEW 18 sowie der Ortschaft Pleisdorf in Angriff genommen. Der Förderantrag ist bereits gestellt.

Auf unserer Wunschliste für die kommenden Jahre steht noch die Gemeindeverbindungsstraße von Bernstein über Ödwalpersreuth nach Tannenlohe sowie die Straße von Neuhaus nach Dietersdorf. Auch diese Straßenabschnitte wollen wir Zug um Zug bei passender Zuschusslage wieder in einen vernünftigen Zustand versetzen.

In diesem Zusammenhang darf auch nicht die Zufahrtsstraße nach Johannisthal unerwähnt bleiben, die wir heuer ebenfalls mit einer Tragdeckschichtverstärkung versehen konnten.

Bei Gesamtkosten von rd. 52.000 Euro hat uns das Bistum Regensburg einen Baukostenbeitrag von rd. 24.000 Euro zugesagt, ohne hierzu verpflichtet zu sein. An dieser Stelle herzlichen Dank dafür.
 

Innerortsstraßen

Aber nicht nur in Ortsteilen wurde in die Infrastruktur investiert.

Eine größere Baumaßnahme konnte dieses Jahr auch im Ortskern von Windischeschenbach mit dem Ausbau der Straße im Schloßhof erfolgreich abgeschlossen werden. Nach Fertigstellung des Regenrückhaltebeckens in der Neustädter Straße vor ziemlich genau einem Jahr folgte nun der Austausch von alten Wasserversorgungs- und Abwasserentsorgungsleitungen im gesamten Straßenzug sowie der komplette Ausbau der Straße. Auf eine kostentreibende, luxuriöse Ausführung wurde dabei selbstverständlich verzichtet, gleichwohl – und das haben mir viele Anwohner bestätigt – kann sich das Ergebnis sehen lassen. Die Straße besitzt jetzt eine ganz andere Wertigkeit und es herrscht wieder für viele Jahre Ruhe in diesem Wohnquartier. Mein Dank gilt hier ganz besonders den Anliegern, die die Maßnahme und natürlich auch die den Baumaßnahmen unvermeidlich einhergehenden Belastungen mitgetragen haben.

Im Zusammenhang mit dieser Maßnahme erfolgte auch die Sanierung des Gehsteigs zwischen dem sog. „Sternanwesen“ und der Einmündung der Kerschensteinerstraße.

 

Marktpodest in Neuhaus

Zum Abschluss meines Überblicks über die Investitionen in die Infrastruktur unserer Stadt komme ich noch auf ein besonderes Schmuckstück zu sprechen, das sich die Neuhauser Bürger auch redlich verdient haben (das sage ich aber nur in Neuhaus). Ich meine damit unser neues weit über die Stadtgrenzen hinaus gerühmtes Marktpodest am Eingang der Burgstraße. Hier gilt der Spruch „Was lange währt, wird endlich gut“ ganz besonders. War ursprünglich nur der in Anführungszeichen „normale“ Ausbau der desolaten Burgstraße geplant, konnten wir im Zusammenwirken mit dem Amt für Ländliche Entwicklung, dem Planer Josef Schöberl und der Privatinitiative der Fam. Stefan Windschiegl ein wahres Schmuckkästchen schaffen. Mit der Fertigstellung des Einmündungsbereichs der Burgstraße in den Marktplatz in hochwertiger Pflaster-Ausführung, dem teilweisen Rückbau des sog. Schöberl-Anwesens und der völligen Neugestaltung des Platzes ist hier ein Anziehungs- und Begegnungspunkt entstanden, der seines Gleichen sucht. Er soll unseren Gästen und Besuchern eine Anlaufstelle sein, um sich an den noch aufzustellenden Hinweis-Tafeln zu informieren, er soll aber auch ein Treffpunkt für Sie, für uns, für Alle sein. Die Vollendung findet das sog. Marktpodest im kommenden Jahr, wenn dann auch das Zoigl-Denkmal aufgestellt wird. Aber bereits jetzt und heute kann festgestellt werden, dass hier auch für die künftigen Generationen etwas Bleibendes entwickelt und bewirkt wurde.

Auch hier gilt mein ehrlicher Dank den Anliegern, die dieser lange währenden Baustelle immer mit Verständnis begegnet sind. Ein besonderer Dank – und ich habe dies bereits bei der Ortsbesichtigung des Stadtrates im Oktober angesprochen – muss ich der Familie Windschiegl aussprechen.

Ohne den Erwerb des sog. Schöberl-Anwesens, dem Rückbau um ca. 5 Meter und der Zurverfügungstellung des dadurch gewonnenen Grundes an die Stadt hätte nicht diese Wirkung des Platzes erzielt werden können. Vielen Dank dafür, Dolo, auch Deiner Frau.


Pressebericht "Der neue Tag" 06.12.2018

https://www.onetz.de/oberpfalz/windischeschenbach/weniger-schulden-weniger-buerger-id2568966.html