Stadt Windischeschenbach
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Oberpfälzer Wald in Bayern

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Windischeschenbach das Tor zum Waldnaabtal
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Waldnaabtal
SEHENSWERTES – Das Naturschutzgebiet Waldnaabtal

 

 

Inmitten des Oberpfälzer Waldes, des Burgenlands Bayerns, erstreckt sich ein einzigartiges Naturschutzgebiet, das Waldnaabtal. Zwei altehrwürdige Burgen, Neuhaus und Falkenberg, Zeugen längst verganger Zeit,sind Anfang und Ende des wildromantischen Gebirgstales. Malerische Felspartien, über 30 m sich auftürmende Granitmassen umsäumen das erlenbestandene Flussbett, in dem bizarre, ungeschachtete Steinriesen den Lauf der Waldnaab zu hemmen versuchen. Gewaltige Felsgebilde und das Dunkel der Fichten schaffen einen ernsten Charakter, den jedoch lichtgrüne Farnwedel, zartfarbige Blumensterne, helle Birken und Buchen, silbrige Wellenkämme und weiße Schaumkronen des Wassers erfreulich auflockern.

Zahlreiche Rad- und Wanderwege, die von Windischeschenbach aus bequem zu erreichen sind, durchziehen das gesamte Naturschutzgebiet und laden zum Erholen und Entspannen in fast unberührter Natur ein. Wandern und Radeln entlang der Waldnaab oder direkt auf der Waldnaab in einem Kanu- erleben sie ihren individuellen Urlaub ganz nach Lust und Laune.

Das Waldnaabtal zwischen Falkenberg und Windischeschenbach-Neuhaus ist mit seinen zahlreichen beeindruckenden Fels-Formationen, Granit- Verwitterungsformen (Matratzen- und Wollsackverwitterung), Blockmeer-Bildungen, Strudel-Löchern, Schliffen, Pseudo-Karren und Steinmühlen ein äußerst sehenswertes Groß-Geotop. Das ca. 180 Hektar große Naturschutzgebiet ist gut mit Wanderwegen erschlossen und Schulbeispiel für die Wirkung exogener Kräfte auf einen Granitkörper.

Während weiter östlich, im Bereich Tirschenreuth, der Granit tiefgründig verwittert (Granitgrus) erscheint, stellenweise durch sauere Wässer auch kaolinisiert ist (südl. Tirschenreuth/Schlemitz), finden wir im Waldnaabtal andere Verwitterungsformen vor. Man geht davon aus, dass chemische Verwitterung und tiefe Vergrusung (im Tertiär) mit und ohne Eigenbewegung das Blockmeer im Talgrund hat entstehen lassen. Am Talhang, an steilen, wollsackförmigen Felsbildungen sind fluvial geprägte Formen zu sehen. Auf verschiedenen Wasserstandslinien erkennt man Hohlkehlen und Auskolkungen der talbegleitenden Felsen. Mit dem Sauerbrunnen, einer eisen- und schwefelhaltigen (Verengungs-) Quelle liegt ein weiteres, sehenswertes Geotop am Wegrand. Vom Wasserstand abhängig können Strudellöcher (bis 10 Meter Tiefe), Schliffe, Pseudo-Karren und Steinmühlen beobachtet werden.

Der Falkenberger Granit selbst unterscheidet sich durch seine ungewöhnlich großen (bis 9 cm) idiomorphen Feldspäte vom Flossenbürger (Feldspatkristalle bis 4 cm) und vom noch feinkörnigeren Leuchtenberger Granit. Stellenweise, aber nicht überall im Waldnaabtal, zeigen die großen, eingewachsenen Feldspatkristalle eine Fließ-Ausrichtung. Das Alter der Oberpfälzer Granite ist mehrfach - und mit unterschiedlichen Resultaten - untersucht worden. Auf alle Fälle ist der Falkenberger Granit als spät-variskisch zu bezeichnen. Nach neueren Untersuchungen geht man von einem Alter von 312 Millionen Jahren (+/- <20 Mio Jahre) aus. Die granitischen Schmelzen stammen aus aufgeschmolzenen ehemaligen Paragesteinen (Ablagerungs- also Sediemetgesteinen) der mittleren bis tieferen Erdkruste (deswegen S-Typ-Granit). Die Kristallisation fand in einer Tiefe von 5-10 km bei Temperaturen über 600° Celsius statt. Die Hebung des Grundgebirgs-Sockels östlich der fränkischen Linie und die Abtragung haben den Granitkörper ans Tageslicht gebracht.

 

 







 

 
Presse
09.09.2010

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